Diagnose der Varroa-Milbe

Diagnosemethoden

Beschreibung

Herkunft

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist ein auf der Honigbienen lebender Ectoparasit und ist als Erreger der Varroose nach wie vor die größte Bedrohung für die Imkerei.Die in Ostasien heimische Varroamilbe lebte ursprünglich auf der dort heimischen, mit unserer Westlichen Honigbiene (Apis mellifera) eng verwandten Östlichen Honigbiene (Apis cerana).

Verbreitung

Vermutlich kam es im Zuge der Einbürgerung der Westlichen Honigbiene in Ostrussland oder Ostasien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Wirtswechsel. Die Milbe hat sich dann innerhalb von kurzer Zeit weltweit ausgebreitet. Sie wurde um 1952 an der Ostküste der damaligen UDSSR, 1955 in Pakistan, 1958 in Japan, 1959 in China, 1967 in Bulgarien, 1971 in Paraguay, 1977 in Deutschland, um 1980 in Österreich, 1987 in den USA und 2000 in Südafrika und Neuseeland erstmals festgestellt. Lediglich Australien gilt noch als Varroa-frei.

Lebensweise

Die Varroamilbe verbringt, sofern dies möglich ist, den Großteil Ihres Lebens in verdeckelter Bienenbrut, wo sie ihre Vermehrungsphase durchläuft. Dabei wird Drohnenbrut wesentlich stärker befallen, als Arbeiterinnenbrut. Mit dem Schlüpfen der erwachsenen Biene verlassen auch die erwachsenen weiblichen Milben die Brutzelle. Diese infizieren in der Folge vorrangig Ammenbienen, von wo aus sie wieder auf Larven einer bestimmten Altersstufe (5. Larvenstadium) gelangen. Über Arbeiterinnen, die Sammelflüge durchführen, oder im Zuge des Schwärmens gelangen sie ausserhalb der Kolonie und werden auf diese Weise verbreitet. Ein Weibchen durchläuft in ihrem Leben 2-3 Fortpflanzungszyklen. Die Verfügbarkeit von Brut, das Vorhandensein von Drohnenbrut, Schwärmen und Abwehrverhalten der Honigbiene bestimmen die Populationsdynamik der Milbe in einem Bienenvolk. Diese Faktoren werden wiederum bis zu einem gewissen Grad von klimatischen Faktoren, Nahrungsangebot und der Migration von Milben beeinflusst.

Schaden

Bienen werden von der Varroamilbe auf unterschiedliche Weise geschädigt. Einerseits ernähren sich die Milben von der Hämolymphe („Blut“) ihres Wirtes, wodurch diese weniger leistungsfähig und kurzlebiger werden. Andererseits verbreiten sie verschiedene Viruserkrankungen. Schäden durch Varroabefall manifestieren sich in unseren Breiten vor allem im Herbst und Winter, wenn sich die Anzahl der Bienen in den Völkern drastisch reduziert und der relative Befallsgrad ansteigt, wodurch es zu einer Beeinträchtigung der langlebigen Winterbienen kommt, die in der folge früher sterben. Dadurch brechen die Völker im Lauf des Spätherbstes und Winters zusammen.

Literatur

Büchler R, Berg S, Le Conte Y 2010 Breeding for resistance to Varroa destructor in Europe. Apidologie 41: 393-408

Rosenkranz P, Aumeier P, Ziegelmann B 2010 Biology and control of Varroa destructor. Journal of Invertebrate Pathology 103: S96-S119.

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